| Ich schreibe Gedichte – bestimmt nicht die besten. |
| Ich lese Gedichte – bestimmt keine schlechten. |
| Hab manchmal geweint und manchmal gelacht. |
| Doch hat’s mich schon immer sehr wütend gemacht, |
| wenn ich in Büchern und Zeitschriften sehe |
| Gedichte, die ich wohl niemals verstehe. |
| Ich kann sie mir ein-, zwei-, drei-, viermal besehen. |
| Ich lass sie mir auf der Zunge zergehen. |
| Ich kann auch tausendfach raten und fragen, |
| „Was will mir der Dichter denn nun damit sagen?“ |
| Ich bin ja nicht blöd, das ginge zu weit, |
| ich bin dafür nur nicht genügend gescheit. |
| Jetzt sagte mir jemand: „Du musst nicht verstehen! |
| Finde ein solches Gedicht einfach schön!“ |
| Doch wird dann der Dichter gelobt und gepäppelt, |
| fühle ich mich manchmal so richtig veräppelt. |
| Man soll mich verstehen, denke ich mir, |
| abstrakte Gedichte bring ich nie zu Papier |